Translation-Memory-Systeme
Der Übersetzungsprozess kann maßgeblich durch maschinelle Übersetzungswerkzeuge unterstützt werden. Häufig werden Translation-Memory-Systeme eingesetzt, die einen neuen Ausgangstext mit bereits vorliegenden Übersetzungen vergleichen und Übereinstimmungen von Sätzen und Formulierungen bis zu einem bestimmten Grad identifizieren. Satzteile bis hin zu Textblöcken können als „bereits übersetzt“ oder „teilweise übersetzt“ erkannt und entsprechend schneller übersetzt werden. Translation-Memory-Systeme arbeiten auf Grundlage von Terminologiedatenbanken, die nicht auf einzelne Wörter beschränkt sind und auch in komplexen Sätzen nach Übereinstimmungen suchen können.
Ein wichtiger Aspekt für ein effizientes Arbeiten mit Translation-Memory-Systemen ist eine konsistente Verwendung von Formatvorlagen, um die Trefferwahrscheinlichkeit zu erhöhen und die Nacharbeit möglichst gering zu halten. Ebenso ist die Einhaltung von Konventionen in der Textdarstellung für den Übersetzer bei der Arbeit mit Translation-Memory-Systemen sehr hilfreich.
Übersetzungsprozess ohne Translation-Memory-System
Der Übersetzer geht den Text Schritt für Schritt durch und übersetzt kleinere Sinneinheiten. Kommt ein gleicher oder ähnlicher Satz noch einmal vor und der Übersetzer erinnert sich, dass er diesen Satz schon einmal übersetzt hat, wird er nachsuchen, wie er den Satz vorher übersetzt hat. Die damalige Übersetzung wird, soweit möglich, weiter verwendet. Unbekannte Begriffe werden in Wortlisten, Wörterbüchern oder Online-Lexika nachgeschlagen.
Übersetzungsprozess mit Translation-Memory-System
Das Translation-Memory-System zerlegt den Text in kleinere Einheiten. Dafür stehen dem System Segmentierungsregeln zur Verfügung. Da es sein kann, dass nicht jede Einheit einen vollständigen Satz darstellt, spricht man hier häufig von Segmenten statt von Sätzen. Segmente können z. B. ganze Sätze, einzelnstehende Wörter wie "Achtung", kurze Überschriften oder auch Teilsätze in einer Aufzählungsliste sein.
Das Translation-Memory-System bietet dem Übersetzer die Segmente zur Bearbeitung an und speichert Ausgangssegmente und Übersetzungen (Segmentpaare) ab.
Jedes neu zu übersetzende Segment wird automatisch mit allen bereits bearbeiteten Segmenten im Translation-Memory-System verglichen. Findet das System das gleiche oder ein ähnliches Segment, bietet es dem Übersetzer die Übersetzung des alten Segments als Vorschlag an. Der Übersetzer entscheidet, ob die Übersetzung verwendet, geändert oder neu erstellt wird.
Jeder Begriff des zu übersetzenden Satzes wird automatisch in der Terminologiedatenbank des Translation-Memory-Systems nachgeschlagen. Wird ein Begriff gefunden, wird seine Übersetzung dem Übersetzer vorgeschlagen.
Die Prozesse ähneln sich also sehr, nur mit dem Unterschied, dass das Translation-Memory-System auf jeden Fall jedes neue Segment mit allen bereits übersetzten Segmenten vergleicht und auch alle Begriffe automatisch nachschlägt. Dies hilft dem Übersetzer, konsistenter zu arbeiten und spart Zeit beim Nachschlagen alter Übersetzungen.
Wie funktioniert ein Translation-Memory-System?
Die Grundidee jedes Translation-Memory-Systems ist es, eine Übersetzung für ein Segment nur einmal machen zu müssen und bei jedem erneuten Auftauchen des gleichen Segments eine Übersetzung direkt anzubieten. Dies wird dann als 100-%-Match (exakte Entsprechung) bezeichnet. Wird nur ein ähnliches Segment im Speicher gefunden, wird dies häufig als Fuzzy Match (unscharfe oder ähnliche Entsprechung) bezeichnet. Die Arbeit findet in einer zweisprachigen Umgebung statt, d. h. der Übersetzer hat auf dem Bildschirm immer beide Sprachpaare vor Augen.
Zu Beginn jedoch ist das Translation-Memory-System leer, d. h. der Übersetzer muss die Datenbankfelder selbst mit seinen eigenen Übersetzungen füllen. Auch die Terminologiekomponente ist meist leer, allerdings gibt es hier teilweise die Möglichkeit, kommerzielle Wörterbücher einzubinden. Die Segmentpaare werden ohne Kontext (ohne Bezug zu umgebendem Text) in einer Datenbank abgelegt. Die Datenbank wird für alle Übersetzungen dieses Sprachpaares verwendet.
Vorteile eines Translation-Memory
Translation-Memories bieten beim Übersetzungsprozess zahlreiche konkrete Vorteile:
- Automatische Wiederverwendung bereits bestehender Übersetzungen
- Wahrung der Konsistenz
- Durchgängige Verwendung Ihrer bevorzugten Terminologie
- Senkung der Übersetzungskosten um bis zu 70 %
- Minimierung der Kosten für Desktop-Publishing
- Entwicklung von umfassenden kundenspezifischen Glossaren
Unser Beitrag
Im Bereich Translation-Memory-Systeme unterstützen Sie unsere Experten u. a. mit folgenden Leistungen:
- Anlegen von Kunden-Translation-Memories
- Umspeichern von Dateien für die Wortanalyse und die Übersetzung mit CAT-Tools
- Auslesen von PDF's
- Auslesen von Grafiktexten / Herauskopieren von Grafiktexten
- Schützen von Texten
- Erstellen von optimalen Datenvorbereitungsworkflows
- Schreiben von Skripten für die Datenvorbereitung
- Erarbeiten von Workarounds
- Datennachbereitung
- Bereinigung bestehender Translation-Memories
- Auswahl des passenden Translation-Memory-Systems
Weiterführende Informationen liefern wir Ihnen gerne unter Translation-Memory-Systeme - eine Einführung, Translation-Memory-Systeme und Terminologiedatenbanken sowie im persönlichen Kontakt. Alternativ können Sie sich direkt bei den Herstellern von Translation-Memory-Systemen wie z. B. Across oder Trados informieren.

