Kulturneutralität in Übersetzungen
Durch die weltweite wirtschaftliche und kulturelle Dominanz der englischen Sprache ist u.a. im Bereich der Kommunikations- und Informationstechnologien eine sprachliche Vereinheitlichung entstanden, die als Kulturneutralität bezeichnet werden kann. Dies hat auch Auswirkungen auf die Übersetzungsbranche.
Aufgrund technischer Risiken und möglicher Fehlfunktionen sollten bei der Übersetzung von technischen Produktinformationen, Bedienungsanleitungen oder Dokumentationen keine Abweichungen vom Original vorgenommen werden. Bei den entsprechenden Dokumenten ist es nötig sich exakt an den Wortlaut der Ausgangssprache zu halten und diesen so originalgetreu wie möglich in die Zielsprache zu transferieren. Um die notwendige Konsistenz der übersetzten Dokumentationen zu gewährleisten, kommen hierbei automatisierte Übersetzungsverfahren zum Einsatz.
Bei Übersetzungen von Webseiten, Broschüren oder sonstigen Texten ist es dagegen geboten in der Zielsprache einen harmonischen Lesefluss auf hohem sprachlichem und stilistischem Niveau zu schaffen. Um Verständlichkeit und Lesefreundlichkeit in der Landessprache zu erhalten, wird in einem ersten Schritt eine 1:1-Übersetzung angefertigt. Anschließend wird mithilfe eines sprachlichen Lektorats die Harmonisierung vorgenommen. Diese Übersetzungsform ist dann in der Regel etwas teurer, weil mit dem Lektorat ein zusätzlicher Arbeitsschritt notwendig ist. Dieser Vorgang wird kulturelle Filterung genannt.
Während solche kulturellen Filterungen bis vor kurzer Zeit noch in allen Fachgebieten üblich waren, werden bei vielen Übersetzungen bspw. zwischen den Sprachen Deutsch und Englisch inzwischen mehrfach Textnormen zugunsten des Englischen verändert. Auf diese Weise entstehen dann zunehmend kulturneutrale, d.h. im Wesentlichen angelsächsisch geprägte, deutsche Texte aus englisch-deutschen Übersetzungen. In der deutschen Übersetzung werden dabei bisher nicht vorhandene Texttypen verwendet.
Dieser Sachverhalt könnte darauf hindeuten, dass im Zuge dieser sprachlichen Vereinheitlichung mehr und mehr automatisierte Übersetzungsverfahren zum Einsatz kommen und so genannte Übersetzungsroboter den menschlichen Übersetzer Schritt für Schritt ersetzen. Diesen Trend gibt es sicherlich, aber aus anderen Gründen und nur bis zu einer gewissen Grenze (Vergleiche dazu den Text: Aufräumen mit den Mythen über maschinelle Übersetzungen - www.tekom.de). Qualitativ hochwertige mehrsprachige Übersetzungen sind nach wie vor nicht ohne den Einsatz erfahrener, muttersprachlicher Human-Übersetzer zu machen.
Transline setzt auf bewährte Translation Memory
Systeme , um Übersetzungen kostengünstiger zu machen. Die hier praktizierte Wiederverwendung bereits übersetzter Textbausteine darf nicht verwechselt werden mit der Erstübersetzung durch ein Softwareprogramm, dessen Ergebnisse zumeist eine miserable Qualität haben. Auf ein erfahrendes Projektmanagement kann daher ebenso wenig verzichtet werden, wie auf den muttersprachlichen Human-Übersetzer. Die Entwicklung der gesprochenen Sprache ist zu komplex, um sie lediglich mit Hilfe von Computertechnik editieren zu können.
Neben der Dominanz des Englischen gibt es noch weitere Veränderungen in den globalen Umgangssprachen, z.B. die Dominanz des Chinesischen in Südwest-Asien, die sich auch in dem dort gesprochenen Englisch bemerkbar macht. Eine Kulturneutralität in allen Tätigkeitsfeldern der Übersetzungsbranche ist unrealistisch, denn sobald sich eine Sprache weltweit etabliert, differenziert sie sich auch immer weiter entlang der kulturellen Voraussetzungen im jeweiligen Zielland (Vergleiche dazu: Diese Sprachvarianten sollten bei einer Englisch - Übersetzung beachtet werden). Diese permanente Weiterentwicklung der verschiedenen Sprachen macht den Einsatz von qualifizierten Human-Übersetzern, die die Übersetzungen entsprechend dem jeweiligen Markt und Zielbereich anpassen, auch in Zukunft notwendig. Der Beruf des Übersetzers wird also trotz des technologischen Fortschritts nicht aussterben.
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