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Nachrichten für unsere Kunden Nachricht vom 13.11.2008
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Englisch-Übersetzung - oder doch lieber Chinesisch, Spanisch und Hindi?

Wer international Erfolg haben will, spricht englisch. Noch. In einigen Jahrzehnten könnte es ganz anders aussehen. Denn die oft vorhergesagte wachsende Dominanz der englischen Sprache wird es so nicht geben.

"Das weltweite System der Sprachen hat einen kritischen Punkt erreicht", schreibt der Sprachwissenschaftler Graddol im Fachmagazin "Science". "Nach mehreren Jahrhunderten geradliniger Entwicklung kommt es derzeit gehörig durcheinander." Schuld daran ist vor allem die weltweite Geburtenentwicklung und der wirtschaftliche Aufschwung der asiatischen Länder. Mandarin spielt im internationalen Handel und im Schulunterricht vieler Staaten eine immer größere Rolle (z. B. in Japan und in Australien). Unternehmen und Institutionen aller Länder, die Handel mit China treiben, benötigen heute verstärkt Arbeitskräfte mit guten Mandarinkenntnissen.

Im Augenblick liegt die englische Sprache, gemessen an der Zahl der Muttersprachler, auf Rang zwei. Mandarin, die Verkehrssprache in China, sprechen ca. 850 Mio, Menschen.

Zum Vergleich (weltweite Sprecher in Mio.):

In wenigen Jahrzehnten wird Englisch von Hindi und Spanisch eingeholt. Bereits jetzt ist ein moderater Rückgang der Englisch-Übersetzungen zugunsten anderer Sprachen festzustellen. Nach neusten Schätzungen werden 2050 nur noch fünf Prozent der Weltbevölkerung Englisch sprechen - 100 Jahre zuvor waren es noch neun Prozent.

Ein vom British Council veröffentlichter Bericht stellt fest, dass sich die jahrzehntelange Vorherrschaft der englischen Sprache auf der internationalen Bühne dem Ende zuneigt. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass britische Absolventen, die nur eine Sprache sprechen, schlechtere wirtschaftliche Aussichten haben, da qualifizierterer, mehrsprachiger Nachwuchs aus anderen Ländern gegenüber ihren britischen Kontrahenten in internationalen Unternehmen und Organisationen einen Wettbewerbsvorteil hat. Viele Länder legen großen Wert auf Sprachkenntnisse, während die britischen Schüler und Studenten nicht dazu ermutigt würden eine Fremdsprache zu erlernen.
Dies könnte längerfristig die Position der englischen Sprache auf den internationalen Bildungsmärkten schwächen, zumal die Nachfrage nach Übersetzungen und Sprachlehrern in Spanisch, Arabisch oder Mandarin steigt. Ebenso nimmt die Nachfrage nach Übersetzungen in japanischer, französischer oder deutscher Sprache in internationalen Unternehmen zu.

Die Schwächung der englischen Sprache ist allerdings noch kein Grund für den Aufstieg einer anderen Sprache zur Weltsprache. Für die wirtschaftliche und kulturelle Relevanz einer Sprache kommt es nicht nur auf die Zahl der Sprecher an, sondern wie viele dieser Sprecher mit anderen in Kontakt treten möchten bzw. können.

Die komplizierte chinesische Schrift mit ihren Tausenden Schriftzeichen, die in China selbst die innerchinesischen Sprach-Differenzen überwindet, dürfte ein echtes Hindernis für die "weltsprachliche" Verbreitung des Chinesischen sein. Nach chinesischen Aussagen hat China heute die größte Zahl von Englischsprechern der Welt, Indien liegt an zweiter Stelle. Das sprachliche Medium des wirtschaftlichen Aufstiegs Indiens ist nicht Hindi sondern Englisch. Die Inder selbst verwenden ihre eigenen Sprachen im wesentlich nur als regionale Umgangssprachen. Von hier droht dem Englischen also wenig Konkurrenz.

Allenfalls dürfte das Gewicht Lateinamerika mit seinen beiden großen Sprachen - Spanisch und Portugiesisch - an Gewicht gewinnen. In den USA könnte das Englische durch die zahlreichen spanischsprachigen Einwanderer geschwächt werden. Vielleicht werden sich aber auch neue Synergien entwickeln. Bereits jetzt gibt es so unterschiedliche englische Dialekte, dass sie als eigenständige Sprachen gelten können. Diese Sprachvarianten sollten bei einer Englisch - Übersetzung beachtet werden.