RSS-Reader - Nachrichten à la Carte

Veröffentlichung vom 20.07.2004

Bisher war es mit der Nachrichtenbeschaffung im Internet wie bei der Wahl zwischen der Pest und der Cholera. Bei dem einen Konzept konnte man Newsletter abonnieren. Die kamen dann immer öfter, wurden immer länger, waren immer mehr mit Werbung durchsetzt und wurden so auf Dauer unübersichtlich.

Von Dr.-Ing. Wolfgang Sturz und Marc Mittag

Die Gefahr: Solche Nachrichten-Mails werden irgendwann nur noch ungelesen "weggeklickt". Beim zweiten Nachrichtenkonzept wie z.B. news.google.de sind hingegen aktive Besuche notwendig. Um aber einen Überblick über die individuell interessierenden Themen zu halten muss man zwangsläufig regelmäßig mehrere dieser Nachrichtendienste abklappern (die sonst sehr gute Nachrichtenseite von Google hatte zum Beispiel ein sehr schwaches Informationsangebot über die zurückliegende Fußball-Europameisterschaft).
Wer hat aber heute schon Zeit zum aktiven Surfen? Die RSS-Technologie (Rich Site Summary) bietet einen Lösungsansatz aus diesem Dilemma.

Inhalte

  • RSS-Reader - was versteckt sich dahinter?

  • Empfehlenswerte RSS-Reader

  • Wie sehen RSS-Feeds aus?

  • Wo finde ich Feeds?

  • Filter für Feeds der transline tecNews

  • Für Profis: Durch Content-Syndication mit RSS-Feeds stets aktualisierte Inhalte auf der eigenen Webseite anbieten

RSS-Reader - was versteckt sich dahinter?

RSS-Reader verbinden die Vorteile von automatisch zugesandten Newlettern (= passive Informationsbeschaffung) und den umfassenden Internetauftritten der Nachrichtendienste (= aktive Informationsbeschaffung).  Mit der RSS-Technologie kann jeder Nachrichten-Junkie sich ganz einfach eine mehr oder weniger große Anzahl von Nachrichten-Seiten konfigurieren, wobei teilweise auch bei den einzelnen Sites noch einmal aus verschiedenen Themenkomplexen gefiltert werden kann. Der Clou: Der RSS-Reader überwacht diese Nachrichtendienste automatisch in frei definierbaren Zeitintervallen. Falls irgendwo neue Nachrichten vorliegen, meldet sich der RSS-Reader in einem kleinen Fenster und informiert mit einer Überschrift und einer Kurzzusammenfassung. Der Anwender kann dann entscheiden, ob er diese Information ignoriert oder ob er per Mausklick zum Volltext dieser Nachricht unter der URL des Nachrichtenanbieters springt.
Gerade für Entscheider und andere Vielleser ist es so möglich, im Nachrichtendschungel den Überblick zu behalten, ohne viel Zeit zu investieren. In der EDV-Abteilung von Transline werden so z.B. die Nachrichtendienste beobachtet, die zeitnah Informationen über aktuelle Sicherheitsprobleme im Internet veröffentlichen. Wohltuend ist dabei vor allem auch die formatbedingte Werbefreiheit: Da RSS-Reader nur die Auswertung von Titel, Beschreibung, Datum und anderen inhaltsrelevanten Informationen unterstützen, bleibt der Nutzer von Werbung verschont, zumindestens solange er sich nicht doch noch entschließt, die Nachricht in Ihrer vollen Länge auf der Ursprungswebsite zu lesen.

Empfehlenswerte RSS-Reader

Empfehlenswerte RSS-Reader für Windows sind beispielsweise

  • das Open-Source-Projekt Feedreader

  • Freeware-Programm  Sharpreader

  • die RSS-Erweiterung des Mozilla Browsers Firefox

  • Verzeichnisse mit weiteren RSS-Readern für die Betriebssysteme Windows, Linux und Mac finden Sie unter Blogspace.com.

Wie sehen RSS-Feeds aus?

Links zu RSS-Feeds sind auf den Seiten der Nachrichtendienste meist mit einem kleinen orangenen Button mit der Aufschrift "RSS" oder "XML" gekennzeichnet.  Öffnet man diese Links mit einem normalen Browser, erblickt man zunächst nackten RSS-Code. Grund hierfür ist, dass diesem RSS-Code kein Stylesheet mitgegeben wird und so auch moderne XML-fähige Browser nicht wissen, wie sie die Inhalte darzustellen haben. Im RSS-Reader indes kehrt sich dieser Nachteil in einen Vorteil und gewährt optimale Lesbarkeit aller Nachrichten im selben inhaltsneutralen Gewand - welches sich übrigens bei ausgefeilteren Readern vom Nutzer anpassen lässt.

Wo finde ich Feeds?

Die meisten großen Nachrichtendienste bieten inzwischen RSS-Feeds an, wenngleich auch meist ohne diese an prägnanter Stelle hervorzuheben oder gar für sie zu werben. Hier darf man über die Motivation spekulieren - sie ist vermutlich in der Werbefreiheit des RSS-Mediums finden.
Einen Überblick über viele bislang verfügbare Feeds bietet das RSS-Verzeichnis. Beispiele für interessante deutschsprachige RSS-Feeds sind:

Filter für Feeds der Transline tecNews

Die Effizienz und Vielseitigkeit der RSS-Technologie zeigt sich in der Implementierung völlig frei konfigurierbarer Feeds auf der Basis des dazu bei Transline eingesetzten Content-Management-Systems Plone. Bei jedem Suchbefehl über das Suchfenster auf der Transline Webseite erscheint zusammen mit den aktuellen Suchergebnissen automatisch ein individualisierter RSS Button. Wenn Sie URL hinter diesem Button in Ihren RSS-Reader übernehmen, werden Sie ab sofort über alle Artikel und Beiträge informiert, die in Zukunft auf der Transline Webseite veröffentlicht werden und die Ihre soeben eingegebenen Suchkriterien erfüllen.
Das alles ist ganz einfach - Voraussetzung ist lediglich, dass Sie vorher einen solchen RSS-Reader bzw. Feedreader installiert haben:

  1. Klicken Sie im Kopfbereich der Transline Seiten auf "Suche" und dann am besten auf Erweiterte Suche.

  2. Wählen Sie aus der Liste der Kategorien die für Sie interessanten Themen aus. Sie können - müssen aber nicht - weitere Felder ausfüllen, um so die Suche einzugrenzen.

  3. Senden Sie die Suche ab.

  4. Zusammen mit den Suchergebnissen erscheint oben ein kleiner orangener Button mit der Aufschrift "RSS", hinter dem der Link zum RSS-Feed Ihrer Suchabfrage hinterlegt ist. Einfach auf den Button klicken, die URL aus der Adresszeile Ihres Browsers kopieren und in den RSS-Reader eingeben.


Ihr Feedreader wird Sie nun informieren, wenn irgendwann in der Zukunft zu Ihren soeben eingegebenen Suchkriterien ein neuer Beitrag auf der Transline Seite veröffentlicht wird.

Für Profis: Durch Content-Syndication mit RSS-Feeds stets aktualisierte Inhalte auf der eigenen Webseite anbieten

Mit RSS-Feeds lassen sich Inhalte anderer Sites auf sehr einfache Weise in die eigene Website integrieren.
Da es sich bei RSS um ein XML-Derivat handelt, welches ausschließlich die Struktur der Inhalte beschreibt und auf Design- oder Layoutelemente verzichtet, ist die Integration ins eigene Design mittels eines kleinen serverseitigen Skripts problemlos möglich.  Im Gegensatz zur Einbindung fremder Inhalte mittels Includes besteht nicht die Notwendigkeit, Layoutelemente des Includes, wie Überschriften, Absätze und ähnliches dem eigenen Layout anzupassen oder die Gefahr, dass spontane Designänderungen auf Seite des Include-Anbieters zu unerwarteten Resultaten auf der eigenen Seite führen.
Anwender verschiedener serverseitiger Sprachen wie PHP, JSP, ASP, Perl oder Python werden hinsichtlich geeigneter RSS-Parser schnell fündig, gute Content-Management-Systeme wie Plone bringen sogar bereits eigene Module zu diesem Zweck mit.